Mitschuld der Alliierten am Umfang des Holocausts

In Band II der Trilogie, im Kapitel 5.4 „Der Holocaust“ weist Gedeon den Alliierten eine Mitschuld am Umfang des Holocausts zu.

Auf Seite 218 führt er zunächst aus:

„Bislang hatten von den insgesamt etwa 560 000 im Deutschen Reichsgebiet lebenden Juden 170 000 Hitler-Deutschland verlassen. Nach der „Reichskristallnacht“ wuchs diese Auswanderungswelle gigantisch an. Sie war vom NS-Staat offentlichtlich gewollt und wurde von ihm systematisch gefördert“

Es folgt eine Darstellung mehrerer Projekte inkl. dem „Madagaskar-Plan“.

Kurz darauf heißt es:

„[W.G.Meister]…Im April/Mai 1944 schließlich hat Eichmann den Austausch von einer Million Juden gegen 10 000 Lastwagen angeboten. Das klingt makaber, aber noch makaberer ist, daß auch auf dieses Angebot nicht eingegangen, sondern der beauftragte deutsche Unternehmer von den Engländern in Ägypten einfach verhaftet wurde. So hat man die letzte große Chance zur Rettung zahlreicher Juden vertan!

Gerlinde Wolf: Um so mehr entrüsteten sich die Regierungen dieser Länder nach dem Krieg. Wollten sie damit von ihrem eigenen Versagen ablenken?

W.G.Meister: Das kann man so sehen. Bis 1942 wäre es jedenfalls möglich gewsen, die Mehrzahl der später in den Konzentrationslagern umgekommenen Juden vor dem Hitlerschen Zugriff zu retten.“

Das heißt: die Kritik, die nach dem zweiten Weltkrieg, als der Umfang der Naziverbrechen offensichtlich wurde, über Deutschland hereinbrach, war in ihrem Maß (Gedeon Zufolge) unangemessen. Die Allierten hätten nicht das moralische Recht gehabt, sich derart über Deutschland zu entrüsten, weil sie selbst am Tod dieser „zahlreichen Juden“, mit schuldig waren.

Diesem „Versagen“ widmet Gedeon dann die folgenden zwei Buchseiten. Nach Ausführungen über sehr geringen Einwanderungsquoten für Juden in die USA kommentiert Gedeon (Seite 220 oben)

„Dies war nur möglich, weil die in der Politik Ton angebenden zionistischen Verbände nach Ansicht zahlreicher Beobachter die europäischen Juden offensichtlich nicht retten wollen. Manche meinen sogar, die einen hätten die anderen bewußt geopfert, um ihre eigenen zionistischen Ziele damit zu erreichen, insbesondere die Gründung des Staates Israel.“

Es folgt ein längeres Zitat von einem, der diese Meinung vertritt, Leon Weliczker-Wells. Diese These wird von Gedeon in keiner Weise zurückgewiesen oder auch nur relativiert. Im Gesamtzusammenhang wird m.E. deutlich, dass Gedeon dieser Ansicht mindestens gewisse Sympathien entgegenbringt.

Auf Seite 221 führt er aus:

„[Gerlinde Wolf]… Bei aller Kritik an der Mitschuld Englands, Amerikas, der Zionisten usw. besteht wohl kein Zweifel an der Hauptschuld der nationalsozialistischen Regierung, und auch an der Einzigartigkeit, der Singularität dieses Massenverbrechens?

W.G.Meister: Sicherlich nicht.

Auch diese Formulierung rettet meiner Meinung nach die Lage nicht. Wenn man von „Hauptschuld“ spricht, dann gibt es auch einen Nebentäter mit seinem eigenen Anteil an der Schuld. Nach Meinung von Gedeon eben die Alliierten und dort insbesondere die Zionisten.

Ist das antisemitisch? Ich meine ja. Wer einflussreichen Juden in den USA unterstellt, sie hätten selbst den Massenmord an Juden in Europa gewollt, um als Kompensation dafür den Staat Israel zu bekommen, der macht Opfer zu Mittätern, um die Täter moralisch zu entlasten. Martin Hohmann hat schon für weniger krasse Aussagen seine CDU-Mitgliedschaft verloren.